Smart Home – das neue Zuhause der Deutschen?

09/03/15

Mit dem Klingeln des Weckers ist der Kaffee frisch aufgebrüht, kurze Zeit später geht die Heizung im Bad an und klassische Musik ertönt aus den Lautsprechern. Smart Home oder Connected Living und seine Anwendungsszenarien gehören zu den ganz großen Trendthemen der heutigen Zeit. Im Mittelpunkt von Smart-Home-Lösungen steht allerdings nicht nur die Erhöhung von Wohn- und Lebensqualität, sondern auch die Sicherheit und effiziente Energienutzung im privaten Zuhause.

Nicht zu übersehen ist, dass das Thema Smart Home, nach vielen Jahren mit hohen Erwartungen und der ein oder anderen  Enttäuschung, in den vergangenen Monaten gehörig an Fahrt aufgenommen hat. Glaubt man einer Studie des Hightech Verbandes Bitkom könnte bereits 2018 die Zahl der Haushalte, die Smart-Home-Anwendungen einsetzen, die Millionengrenze überschreiten.

Das Internet der Dinge erhält damit Einlass in höchst sensible, private Bereiche – vom Wohn-, Schlaf- bis hin zum Bade- und Kinderzimmer. Dennoch wissen viele Verbraucher in Deutschland, die die Smart-Home-Technik erwerben und konfigurieren wollen, oft nicht so direkt, was sich hinter dem Begriff „Smart Home“ verbirgt.

Wann ist ein Zuhause ein Smart Home?

Das Institut für Innovation und Technik Berlin hat sich in der Studie „Smart Home in Deutschland“ der Frage angenommen. Allgemein versteht man darunter ein Heim, in dem Haustechnik und Haushaltsgeräte wie Heizung, Belüftung, Beleuchtung, Kühlschrank, und Waschmaschine zu intelligenten Gegenständen werden und sich an den Bedürfnissen der Bewohner orientieren.

So gehen zum Beispiel die Lichter und Heizung in einem Raum an, sobald sich der Bewohner nähert und erlöschen beim Verlassen des Raumes wieder. Oder das Sicherheitssystem wird beim Verlassen des Hauses mit dem Smartphone automatisch aktiviert. Neben all dem generierten Mehrwert verspricht Connected Living  auch ganz einfach  ein trendiges Lebensgefühl und steht für die gewachsene Funktionalität von modernen Kommunikationsmitteln.

Risiken des Smart Homes

Im Zentrum aller bisherigen Connected Living und Smart Home Fallbeispiele, Zukunftsvisionen und Anwendungsszenarien steht das Smartphone als ständiger mobiler Begleiter und zentrales Steuerungs-Element. Fällt dieses Steuerungselement einmal störungsbedingt aus oder funktioniert nicht ordnungsgemäß, spiegelt sich das auch in meiner vernetzten Welt wider. Schon heute fällt es uns extrem schwer, auch nur kurze Zeit, auf unser Mobiltelefon verzichten zu müssen. In einer aufeinander abgestimmten und vernetzen Welt, würde ein solcher Ausfall ungleich schwerer wiegen.

Unternehmen wie Assurant Solutions bieten dafür innovative, personalisierte und flexible Programme zum Schutz von Smartphones und zeichnen sich auch in vernetzen Welten dafür verantwortlich, das zu schützen, was uns am wichtigsten ist.

Denn auch die Angst um Privatsphäre kann ein Grund sein, sich gegen das vernetzte Zuhause zu entscheiden.  Eine Studie der EU-Sicherheitsagentur ENISA sieht das Abgreifen und Weitergeben persönlicher Informationen der Nutzer durch Cyberkriminelle als eine Hauptbedrohung für Smart-Home-Nutzer.

Nach Ansicht des IT-Konzerns HP müssen die Hersteller von vernetzten Haussicherheits-Systemen umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen entwickeln und Sicherheitslösungen bereitstellen. Ebenso stehen die Verbraucher selbst in der  Pflicht. Bei der Wahl eines Überwachungssystems gilt es auf Sicherheitsaspekte zu achten und die Smart-Home-Installation sollte Fachleuten überlassen werden. Mit der Verwendung von komplexen Passwörtern kann zudem jeder selbst zur Sicherheit seines Smart-Home-Systems beitragen.

Aktuelle Marktsituation in Deutschland

Für einen Großteil der Bevölkerung ist das Smart Home mittlerweile ein Begriff. Jeder Zweite (51 Prozent) hat schon einmal davon gehört und fast genauso viele (44 Prozent) wissen auch, was mit Smart Home gemeint ist. Für 82 Prozent der Verbraucher ist das Smart Home die Zukunft.

Der Zeitpunkt für ein verstärktes Engagement  am Markt für Smart-Home-Lösungen scheint daher günstig.

Dies bestätigt auch Stephan Schneider, Vorsitzender des BITKOM-Arbeitskreises Connected Home: „Der Smart-Home-Markt ist keine Nische mehr. Unternehmen aus der CE, der klassischen ITK, der Elektroinstallationsbranche sowie Hausgerätehersteller und Energieversorger arbeiten, unterstützt von dynamischen Start-ups, zusammen und entwickeln in einem erstaunlichen Tempo neue, smarte und vernetzbare Geräte.“

Connected Living ist nicht mehr nur auf das Luxus- und Premiumsegment beschränkt. Vielmehr steht zunehmend der Volumenmarkt im Mittelpunkt. Ausschlaggebend dafür sind generelle Trends im privaten Wohnbereich wie,

  • die Digitalisierung aller im Haushalt eingesetzten Systeme
  • der „Home Lifestyle“-Trend
  • demografische Entwicklung und steigende Zahl der Single-Haushalte
  • zusätzliche Nachfrage nach Angeboten wie Ferndiagnostik und Überwachungslösungen
  • Erhöhung von Sicherheit und Komfort
  • steigendes Interesse am Thema „Energieeffizienz“

Das bringt die Zukunft

Warum Smart-Home-Lösungen bislang der große Durchbruch auf dem Markt verwehrt gewesen ist, liegt vor allem an der Heterogenität

und mangelnden Interoperabilität vieler verfügbarer Smart-Home-Anwendungen. In Zukunft werden umfängliche, herstellerübergreifende Plattformen die Technologie besser beherrschbar machen und für eine sinnvolle, nachvollziehbare Integration von Diensten und Anwendungen sorgen.

Als ein Vorreiter gilt das Innovationszentrum Connected Living e.V., ein Verbund aus mehr als 50 Mitgliedsunternehmen und -organisationen mit dem Ziel, herstellerübergreifende, kundenfreundliche Lösungen für die intuitive und intelligente Heimvernetzung zu entwickeln. So sollen Systeme untereinander kompatibel, auf offenen Standards basieren und eine einfache Anbindung gewährleisten.

 „Vergleichbar mit der Entwicklung zum Connected Car in der Automobilbranche wird sich das Connected Home über die nächsten Jahre immer mehr zum Standard entwickeln“, so Dr. Gunther Wagner, Director Technologie bei Deloitte.

Bis zum Jahr 2020 werden voraussichtlich in einer Million Haushalte intelligente und vernetzte Sensoren und Geräte eingesetzt.  Das ist das Ergebnis einer Marktprognose des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte in Zusammenarbeit mit BITKOM und weiteren Verbänden. Ende 2013 zählte Deutschland gerade einmal 315.000 intelligent vernetzte Privathaushalte. Damit würde sich die Anzahl der Smart Homes innerhalb von fünf Jahren mehr als verdreifachen.

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